Matthias Hauer MdB (vorne links) und die Fachpolitiker des Ausschusses Digitale Agenda bei der Expertenanhörung zur digitalen Währung Libra

Libra: Anhörung zu digitalen Währungen

Die Libra-Association hat im Juni angekündigt, ein neues globales Zahlungsmittel einzuführen. Das vom Marktriesen Facebook angeführte Unternehmenskonsortium plant, Libra bereits 2020 zu emittieren und löst in der Finanzwelt damit eine heftige Debatte um Chancen und Risiken aus. Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung am 25. September haben Mitglieder des Ausschusses Digitale Agenda Experten zum Umgang mit Libra befragt.

Darf ein privater Akteur eine Währung einführen? Welche Risiken entstehen dadurch für die Stabilität der Finanzmärkte? Werden Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung dadurch erleichtert? Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Welche Risiken beinhaltet das Bezahlen mit Libra für Verbraucher und wie sollte der Markt reguliert werden? Matthias Hauer MdB eröffnete die Runde mit Fragen zum digitalen Euro als Libra-Alternative sowie zu den Auswirkungen für den Bankensektor und die Finanzstabilität: „Wir als Union wollen den Euro auf die Blockchain bringen – dadurch wird kein neues Geld geschaffen, sondern ein Teil der Geldmenge digitalisiert. Die Herausgabe einer Währung dürfen wir aber nicht privaten Akteuren überlassen.“

Hintergrund: Was ist Libra?

Das Währungsprojekt Libra ist eine digitale Recheneinheit – basierend auf einer Distributed-Ledger-Technologie, der sogenannten „Libra-Blockchain“.

Ziel des Projekts Libra sei es laut der Libra-Association, „eine einfache, globale Währung und finanzielle Infrastruktur bereitzustellen“. Nutzern soll es künftig möglich sein, mit Diensten wie Messenger oder WhatsApp nationale Währungen in Libra umzutauschen oder mittels eines digitalen Geldbeutels (Wallet) zu erwerben. Im Folgenden können Sie dann untereinander Transaktionen durchführen.

Anders als Krypto-Assets wie etwa Bitcoin soll der Libra Coin als Stable Coin im Wert stabil gehalten werden. Dazu soll er an bestimmte offizielle Währungen gekoppelt werden. Anlageschwerpunkt der Libra-Reserve sollen kurzfristige Staatsanleihen und internationale Bankeinlagen sein. Der Währungskorb soll sich aus US-Dollar, Euro, Yen und Britischem Pfund zusammensetzen und so extremen Kursschwankungen vorbeugen.

Verwaltet und kontrolliert wird das Libra-System durch die private „Libra-Association“ mit Sitz in der Schweiz. Ihr gehören 28 Gründungsmitglieder an – darunter neben Facebook u.a. Mastercard, Visa, Paypal und Nichtregierungsorganisationen.

Matthias Hauer MdB (vorne links) und die Fachpolitiker des Ausschusses Digitale Agenda bei der Expertenanhörung zur digitalen Währung Libra

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