
Monitoring zum nicht-invasiven Pränataltest
Der Deutsche Bundestag hat mit großer Mehrheit ein Monitoring des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) beschlossen. Auch Matthias Hauer MdB stimmte dem Antrag zu. Der Bluttest kann bereits früh in der Schwangerschaft Hinweise auf mögliche Trisomien geben. Seit Juli 2022 ist er unter bestimmten Voraussetzungen eine Kassenleistung. Nach Daten der Barmer nutzte ihn 2024 durchschnittlich fast jede zweite Schwangere. Damit ist er faktisch zur Reihenuntersuchung geworden.
Diese Entwicklung wirft medizinische und ethische Fragen auf. Die Barmer-Daten zeigen, dass die Rate falsch positiver Befunde im Versorgungsalltag viermal höher liegt als theoretisch erwartet. Ein positives NIPT-Ergebnis ist aber keine Diagnose. Zur Abklärung sind weitere Untersuchungen erforderlich. Falsch positive Befunde können Schwangere erheblich verunsichern und Schwangerschaftsabbrüche auf Grundlage eines zunächst unzutreffenden Verdachts begünstigen.
Das beschlossene Monitoring soll deshalb belastbare Daten zu den Folgen der Kassenzulassung liefern. Zusätzlich soll ein interdisziplinäres Expertengremium die rechtlichen, ethischen und gesundheitspolitischen Grundlagen prüfen und Empfehlungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit vorgeburtlichen Tests erarbeiten.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Antrag.